Léonie// Abstrakt & Reflektion

Abstrakt:

Kinderliteratur & die Identität des Engadins: Erforschung des Kinderbuches Schellenursli als Träger der Engadiner Tradition

Die primäre Rolle der illustrierten Kinderliteratur ist Kindern fiktive, spannende und unterhaltsame Geschichten zu überliefern. Jedoch argumentiert Knoepflmacher in dem englischen Kapitel „Children’s texts and the grown-up reader“ aus dem Cambridge Companion to Children’s Literature[1], dass die Erzählungen alle Generationen ansprechen, denn sie verkörpern eine Vielfalt von Themen. Der Autor schildert die Beziehung zwischen den Kindergeschichten und dem erwachsenen Leser durch die Veranschaulichung der Arten und Weisen die Literatur zu interpretieren. Er untersucht wie Erwachsene ein tieferes Verständnis des Kontextes und der Illustrierung haben, während Kinder eine mehr oberflächliche Bedeutung der Geschichte interpretieren. Diese Theorie wird von vielen anerkannt.

Dies bezieht sich auch auf das Kinderbuch Schellenursli, welches von Selina Chönz geschrieben und Alois Carigiet illustriert wurde. Während der Inhalt sich mit klassischen Themen beschäftigt wie Abenteuer und Heldentaten, verkörpert sie auch die Kultur des Engadins in der Schweiz. Diese Analyse fokussiert sich nicht nur auf Kinderliteratur für den erwachsenen Leser, sondern erörtert eine tiefere Bedeutung: sie untersucht, wie die Kinderliteratur für die originale Identität einer Region stehen kann.

Die traditionelle Engadiner Kultur besteht aus Rätoromanisch, kleinen Dörfern, stereotypischer Architektur, etc., welche die Region und somit die Identität verkörpert. Schellenursli beinhaltet diese Beispiele und ist daher ideal für die Analyse im Bezug zum Engadin; sie verkörpert Schellenurslis Abendteuer aber auch das Gebiet. Wenn man jedoch die Erzählung von 1945 mit dem heutigen Alltag vergleicht, ist es evident, wie die Kultur in der Literatur auf den ersten Blick als veraltet angesehen wird. Schliesslich hat sich über die Jahre das alltägliche Leben durch Innovation und Verhalten modernisiert. Dennoch ist es dieser Vergleich von dem traditionellen „Engadiner-sein“ zu dem Jetzt, welches die Kinderliteratur zu einem effektiven Träger der ursprünglichen Engadiner Identität macht. Durch den Wandel der Zeit wird die Wichtigkeit und der Wert von Schellenursli betont und kann somit als Zeitkapsel des Ursprungs angesehen werden. Dies erlaubt dem erwachsenen Leser die Interpretationen und Verständnisse des zwanzigsten Jahrhunderts in einen heutigen Kontext zu setzten.

Um dies zu veranschaulichen werde ich die Illustrierungen und Texte interpretieren und diese mit dem heutigen Kontext vergleichen. Der Vergleich wird durch andere Ressourcen wie Zeitungsartikel oder, je nach Kontext, auch mit Statistiken betont. Zum Beispiel wird das Rätoromanisch (die Originalsprache von Schellenursli) als einer der zentralen Aspekte der Engadiner Identität gesehen, wo der Artikel „Rätoromanisch steht vor einer stillen Zukunft“[2] das Ausstreben der Sprache unterreicht. Zudem wird die Analyse wie Kinderbücher Identität verkörpern durch weitere Recherchen der Verbindung zwischen der Literatur und Tradition und auch durch meinen eigenen Standpunkt als Engadinerin illustriert.

Die Erörterung unterstreicht wie die Funktion der Kinderliteratur nicht nur als Unterhaltung für alle Generationen dient, welches sich schon bewährt hat, sondern argumentiert das Konzept, wie sie als Träger der ursprünglichen Tradition dient. Jedoch erkennt die Analyse auch, dass der Kern der Engadiner Identität durch den Wandel der Zeit erhalten bleibt; Aspekte wie die Architektur, das „Engadiner-sein“ oder Kunstformen wie die Literatur des Schellenurslis erhalten den Ursprung und somit die Identität.

Reflektion: Schon während meiner Jagd für die Sekundärliteratur und Ressourcen wurde mir bewusst, wie der Fokus meines Projekts sich von der Kinderliteratur auf die Schweizer Identität bewegt hat. Dies lag an dem Problem, dass Schellenursli nur Schweiz-weit bekannt ist und somit nicht von Intellektuellen (wie zum Beispiel Knoepflmacher) in einer Publikation erforscht wurde. Daher hat sich meine Recherche auf die Identität eines Landes fokussiert und nicht die Funktion der Kinderliteratur. Ich musste deswegen zur meiner ursprünglichen These zurückkehren welche sich auf die Verkörperung der Literatur fokussiert und weitere Recherchen machen. Diese haben mir geholfen den Fokus zurück zu lenken und einen effektiveren Abstrakt zu schreiben, denn hier hatte ich die Kindergeschichte als Ausgangspunkt und nicht die Ressourcen. Was ich am überzeugendsten in meinem Abstrakt finde ist dass Schellenursli viel mehr verkörpert als nur eine Geschichte die auch spannend für den erwachsenen Leser ist. Um den Abstrakt überzeugender zu gestalten, könnte ich dies noch deutlicher betonen.

[1] Knoepflmacher, U.C. „Children’s texts and the grown-up reader“.Cambridge Companion to Children’s Literature. Accessed November 22, 2015. http://dx.doi.org/10.1017/CCOL9780521868198.010

[2] Leybold-Johnson, Isobel. “Rätoromanisch steht vor einer stillen Zukunft.” Swissinfo. Accessed September 20, 2015. http://www.swissinfo.ch/ger/raetoromanisch-steht-vor-einer-stillen-zukunft/625326.

 

3 Comments on “Léonie// Abstrakt & Reflektion

  1. What makes this thesis academically exciting is how little scholarly information is out there theorizing on the Raetoromani people. You note this fact in your reflection, but it should be more centrally noted in the abstract. It shows the reader not only the originality of the research, but also explains why you aren’t presenting theories or prior research specifically relating to this people.

    Although the literature presented in the first paragraph does well to link adult readers of children’s literature, it would have perhaps been better to present a theory from your literature that connects future readers (who are adults) with past children’s literature. This would clear up the small confusion I had when reading the abstract about whether your focus was more on the kid book’s effect on adults (thematic)-aka that the age of the reader was the dependent variable-or on the kid book’s effect on future adult readers- aka that the time separation is the dependent value. Of course, you could analyze both, but that needs to be a bit clearer in my opinion.

    Once this is made clearer in the abstract, the argument should be more clear. You do well to paint a picture of what you are studying, but how it should be studied and what we (as the reader) should take from it through a cultural science lens will become clearer once the argument is focused onto a singular aspect. You may need to make a tweak or two in there, but in general it should all fall into place.

    Lastly, potential future research could have been more clearly defined-aka what exactly about architecture, etc of the Raetoromani people could be studied in a way deriving from your work on kid’s literature. Whatever it is, it could be better and more directly stated.

  2. I think this is a pretty interesting topic and that you’ve got a lot of interesting potential for original research here. I agree with Bolton in that I was a bit confused on the final direction of your argument, so it might be helpful to outline that a little more explicitly at the beginning. I did think the use of the theory from the Cambridge Companion to your research focus works well at the beginning though. All and all I think you have an interesting topic but I’m not totally sure what would be best to strengthen your argument since I’m not sure which direction you want to go. (I also still don’t know what the Engadins are….) But I’d be happy to talk more in or after class to brainstorm ideas once I have a better grasp on what you want to do.

  3. As Bolton and Scott pointed out, your topic has a ton of potential and there are a lot of intriguing ideas wandering around in your abstract: the difference between child and adult readers of children’s literature (1st paragraph), the specifically Engadiner content of “Schellenursli” (2nd), the difference between how Engadin looked in 1945 and now (3rd), the relationship between literature and tradition (4th), and a close reading of the book itself and how/why it works as a “Zeitkapsel des Ursprungs” (5th). Your job is now either to unite those ideas into a cohesive thesis or else to focus on one or two and table the others for another time.
    My suggestion is to do some defining and rearranging. First, define your terms: what do you mean by “Zeitkapsel” and “Ursprung”? Does that phrase do the work that you want it to in terms of expressing your argument about Schellenursli? Second, take your last paragraph and move it up, way up, toward the front. Then, tell us what you find when you interpret the book, rather than just that you’re going to interpret it — what is special about the way that Schellenursli works? If it were just content (Engadiner life in 1945), then historical photographs could work the same way. In other words, aside from preserving information about the past, what does the book accomplish and how? This is a place where you might be able to put some of your secondary, more theoretical sources to work for you.

Leave a Reply